Fürth ist nicht nur für seine Fußballmannschaft und die Michaelis Kirchweih bekannt. Seit dem 11.02.2016 ist Fürth auch “Fairtrade Town”. Doch was ist eigentlich Fairer Handel und was genau bedeutet es eine Faire Stadt zu sein?

Die Kampagne Fairtrade Towns startete bereits im Jahr 2000 in Großbritannien. Ins Leben gerufen wurde diese Initiative durch den gemeinnützigen Verein TransFair. Das Ziel des Vereins ist es, benachteiligte Produzentenfamilien in Asien, Afrika und Lateinamerika zu fördern und durch den Fairen Handel ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Seit Januar 2009 gibt es die fairen Städte nun auch in Deutschland. Inzwischen sind es schon 587 deutschlandweit.

Was ist Fairer Handel und wer profitiert davon

Der Faire Handel fördert und unterstützt die benachteiligten Kleinbauern in den Entwicklungsländern, um dadurch zu gewährleisten, dass ihnen eine menschenwürdige Existenz aus eigener Kraft möglich ist. Zudem wird eine nachhaltige Entwicklung von Ökologie, Bildung und Frauenförderung unterstützt. Der Faire Handel soll ebenfalls dazu beitragen, dass die Arbeiter vor Ort selbstbewusst für ihre Rechte einstehen. Darüber hinaus werden Sozialprojekte wie beispielsweise Schulen, Werkzeuge, Brunnen und Apotheken finanziert.

Wofür steht das Fairtrade Siegel

Vielleicht hast du dich beim Einkaufen ja auch schon mal gefragt, wofür das Fairtrade Siegel auf den verschiedenen Produkten eigentlich steht. Wenn du Artikel mit diesem Embleme einkaufst, trägt dies dazu bei, gezielt Arbeitsbedingungen direkt vor Ort zu verbessern. Das bedeutet für die Arbeiter dort unter anderem, dass sie ein Recht auf Versammlungsfreiheit haben und es ein Verbot von ausbeuterischer Kinderarbeit und Diskriminierung gibt. Zudem fördern Faire Produkte stabile Mindestpreise, einen umweltschonenden Anbau und ein Verbot von gentechnisch veränderten Substanzen. Die Begriffe „Fairer Handel“ und „Fair Trade“ sind jedoch gesetzlich nicht geschützt. Beim Einkauf solltest du daher auf folgende Siegel, Embleme und Marken achten, damit du auch sicher sein kannst, ein faires Produkt eingekauft zu haben.

© FairVerzeichnis Fürth

Fairtrade in Fürth

Damit sich Fürth Fairtrade Town nennen darf, mussten zuerst fünf Kriterien erfüllt werden. Sobald dies geschehen war, wurde die Bewerbung an Fairtrade Deutschland losgeschickt. Im Februar 2016 war es dann endlich soweit und Fürth hat den Titel erhalten. Derzeit führen in Fürth 48 Einzelhändler, darunter auch Filialisten und Discounter,  Produkte aus fairem Handel in ihrem Sortiment. Bei 28 Gastronomiebetrieben findest du davon mindestens zwei auf deren Speisekarte. Zudem leisten auch Kirchen und das Welthaus entsprechende Bildungsarbeit. Kindergärten wie zum Beispiel die „Villa Kunterbunt“ vermitteln schon den Kleinsten was fair genau bedeutet. Das Helene-Lange-Gymnasium darf sich zudem seit Juli 2018 erste Fürther Fairtrade-School in Fürth nennen.

Damit du beim Einkaufen oder Restaurantbesuch nicht erst lange suchen oder googeln musst, gibt es in Fürth das sogenannte „FairZeichnis“. Das ist eine Broschüre in der du neben Infos zu Fairtrade auch eine Auflistung der Einzelhändler und Gastronomiebetriebe findest, die Faire Produkte verkaufen bzw. nutzen. Der Stadtplan am Ende der Broschüre mit den entsprechenden Markierungen macht es auch für Nicht-Fürther einfach das jeweilige Geschäft oder Restaurant zu finden. Das „Fürth Fairzeichnis“ liegt im Welthaus, beim beteiligten Einzelhandel, den Gastronomiebetrieben und den Infostellen der Stadt Fürth gratis aus. Alternativ bekommst du das FairZeichnis auch als PDF per Download.

© Nordbayern.de

Wer jetzt Lust bekommen hat Fairtrade Produkte einzukaufen und sich zudem noch zu diesem Thema weiter informieren möchte, dem empfehlen wir den Weltladen in der Gustavstraße 31. Dort findest du neben fairem Kaffee, Tee und Schokoladen auch originelle Geschenkartikel. Zudem kannst du dich dort auch ehrenamtlich engagieren.

Was den Titel Fairtrade Town angeht, so kann sich Fürth nicht darauf ausruhen, da alle zwei Jahre überprüft wird, ob die Bedingungen auch weiterhin erfüllt sind. Diese Hürde hat die Kleeblattstadt bereits einmal gemeistert. Fairer Handel und faire Produkte tragen also aktiv dazu bei, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Menschen direkt vor Ort verbessern. Durch ein bewussteres Einkaufen kann man also sehr viel Gutes bewirken.