Ich habe etwas getan, wofür mich viele Nürnberger für verrückt erklären würden: Ich bin vor 3 Jahren vom wunderschönen Johannis in Nürnberg nach Fürth gezogen – und mittlerweile liebe ich es.

Alles begann, wie bei vielen, mit der endlosen Suche nach einer schönen (am besten Altbau) Wohnung in Nürnberg. Und dann nach einem Jahr endlich der Entschluss auch in Fürth zu suchen. Schneller als gedacht fand ich zusammen mit meinem Freund unsere Traumwohnung – in Fürth.

Der Konflikt mit Nürnberg

Für Nicht-Franken ist der Konflikt ziemlich unverständlich: Zwei zusammengewachsene Städte, die eigentlich eine Große sind. Sie gehen an der Stadtgrenze fließend ineinander über, sprechen den identischen Dialekt (was keiner der beiden zugeben würde) und doch sind sie Rivalen.

„Lieber Fünfter als Fürther“

Eine bekannte (Nürnberger) Redewendung gegen Fürther

Doch woher kommt diese Rivalität oder Feindschaft? Vom Fußball oder doch aus dem Mittelalter?

Tatsächlich gibt es mehrere Gründe für die Rivalität der beiden Städte

Vor knapp 100 Jahren hätte Nürnberg beinahe Fürth eingemeindet, um nach dem 1. Weltkrieg die wirtschaftliche Lage zu verbessern. Nur eine Bürgerinitiative der Fürther konnte die Zustimmung des Fürther Stadtrats stoppen. Dadurch zerklüftete die Beziehung immer mehr.

Aber sicherlich tut auch der Fußball sein Übriges für diese Rivalität. Denn beide Mannschaften haben seit über 100 Jahren eine eingeschworene Fangemeinde, die sich, nicht erst seit dem Aufstieg Fürths in die 1. Liga, entgegenstehen. So sehr Fußball Menschen vereinen kann, so sehr kann er sie auch entzweien.

Geht man geschichtlich noch weiter zurück, prägte auch die Zeit des Mittelalters die Beziehung zwischen den beiden Städten. Während Nürnberg eine berühmte Reichs- und Kaiserstadt war, fand man in Fürth eher karge Industrie.

Und doch ist dieser Konflikt veraltet und letztendlich unbegründet. Deswegen stelle ich dir 7 Gründe vor, warum es sich lohnt nach Fürth zu ziehen und die Vorurteile hinter sich zu lassen.

7 Gründe, um nach Fürth zu ziehen

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Wunderschöne, bezahlbare Wohnungen

Ja, deswegen ziehen wahrscheinlich die meisten Nürnberger nach Fürth. Dadurch, dass Fürth im 2. Weltkrieg weniger bombardiert wurde, gibt es sie hier noch: die wunderschönen Altbau-Wohnungen. Zudem meist günstiger als in Nürnberg. Aber auch hier steigt die Nachfrage und man wird mit vielen anderen Menschen durch die Besichtigung geschleust. Dennoch hat da Fürth sehr viel zu bieten. Und auch nur zum Anschauen und Durchlaufen sind die alten Gebäude gut geeignet. Die zwei schönsten Prachtstraßen aus der Gründerzeit in Fürth sind die Hornschuchpromenade und die Königswarterstraße.

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Alles ist schnell erreichbar

In Fürth sind wirklich die wichtigsten Orte ziemlich schnell erreichbar, sofern man in der Stadt und nicht außerhalb, wohnt. Man kann alles innerhalb von 30 Minuten sogar zu Fuß erreichen. Denn Zebrastreifen werden hier noch ernst genommen! Noch schöner ist es mit dem Fahrrad zu fahren: dann ist man natürlich noch schneller. Und das ist sogar empfehlenswert. Denn die Altstadt besteht nur aus Einbahnstraßen. Mit dem Auto musst du große Umwege fahren.

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Man kennt sich

Sobald du hier wohnst, wird es dir allmählich klar: Du bist in der kleinen Großstadt angekommen. Vor allem, wenn du – wie ich – aus Johannis nach Fürth kommst. Denn hier laufen die Uhren manchmal etwas anders. Beim Bäcker kennt man sich und es werden erstmal Neuigkeiten ausgetauscht, was zu längeren Wartezeiten führen kann. Im Einwohnermeldeamt dagegen wartest du maximal 20 Minuten. In Nürnberg ist das undenkbar. Und insgesamt wirst du bekannte Gesichter vielleicht sogar mehrmals täglich zufällig treffen. Das kann dir natürlich in Gostenhof auch passieren. Aber Fürth ist einfach klein. Und das hat auch viele schöne Seiten. Nachbarschaften sind weniger anonym, Freundschaften gehen tiefer. Hier kann man sich echt wohl fühlen.

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So viel Grün!

Einfach herrlich, dass die Stadt mit Grün umgeben ist. Du kommst hier super schnell in viele Parks, aber auch wirklich in den Wald. Besonders zu empfehlen ist der große Stadtpark. Er ist wunderschön gestaltet, sehr groß und damit kannst du bis nach Nürnberg fahren. Es ist kein Vergleich mit den Pegnitzwiesen in Nürnberg. Denn im Fürther Stadtpark kannst du alleine oder mit der Familie den ganzen Tag verbringen ohne, dass es dir langweilig wird.

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Fürth ist im Kommen

Immer mehr Menschen ziehen nach Fürth, denn die Stadt hat einiges zu bieten. Neben hippen kleinen Cafés, wie dem Café Portier oder Café Badehaus, gibt es hier immer mehr Aufschwung. An allen Ecken und Enden wird gebaut, die Malzböden wurden saniert und mit neuer Nutzung (u.a. Gastronomie, Yoga-Studio, Bio-Markt) eröffnet. Auch das verwaiste City-Center wird bis 2020 als “Flair Fürth” rundum saniert und wiedereröffnet. Es tut sich einiges in Fürth. Man spürt diese Stimmung an vielen Orten der Stadt. Schön ist, dass die Stadt dadurch wirklich noch attraktiver werden wird.

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Eine Stadt mit vielen Festen!

Wer gerne feiert, ist in Fürth genau richtig. Vom Klezmer Festival über das New Orleans Festival bis hin zur berühmten Michaelis Kerwa. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und man ist unweigerlich mitten im Geschehen, denn viele der Festivitäten finden direkt in der Innenstadt statt. Aber auch die kleineren Veranstaltungen wie zum Beispiel die “Rooftop Stories” in der “Innenstadtbibliothek Carl Friedrich Eckart Stiftung” in der Neuen Mitte sind sehr sehenswert.

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Man ist schnell in Nürnberg

Ja, natürlich fehlt dann manchmal auch das Großstadtfeeling und so manche Einkaufsmöglichkeit. Aber das ist auch das Schöne an Fürth: Du bist schnell in Nürnberg. Und auch hier hast du mehrere Optionen: In 6 Minuten mit der Bahn am Hauptbahnhof, in 15 Minuten mit der U-Bahn in Goho oder in 25 Minuten mit dem Fahrrad in Johannis. Die Fahrradstrecke an der Pegnitz entlang ist ein absolutes Muss. Vor allem im Sommer ist es herrlich, in der Natur nach Nürnberg zu fahren. Denn so ganz ohne den großen Bruder kommt Fürth dann doch nicht aus.