Wenn man Henrik Hösch trifft, überrascht es nicht, dass genau er eine eigene Meme-Seite für die Stadt Fürth betreibt – und nebenbei bemerkt die Größte der Stadt. Was man an seinen Memes sieht, spiegelt sich auch in ihm wider: Humor, ein ironischer Blick auf die Stadt und auf sich selbst. 

Henrik Hösch ist 21, studiert in Erlangen Mechatronik beziehungsweise Ingenieurwesen, engagiert sich dort für die Fachschaftsinitiative und das “V – das Studimagazin” und fliegt in seiner Freizeit Modellflugzeuge. 

Die Kombination aus überregionalen Meme-Formaten und lokalen Anspielungen führte zum Erfolg

Seine Instagram-Seite “fuerth_memes” wirft einen satirischen Blick auf die Stadt und deren Führung und das unter Verwendung des typischen modernen Persiflage-Formats, wie es auch auf anderen Seiten dieses Genres verwendet wird. Auf dem Profilbild von “fuerth_memes” blickt einem direkt der Mittwoch-Frosch entgegen, ein wichtiger Bestandteil der Meme-Kultur. Nur hat er bei Hösch ein Grüner Bier in der Hand. Die Verknüpfung klassischer Memes mit Fürther Kultur begegnet einem auf “fuerth_memes” ständig.

Henrik Hösch macht sich über Fürth und natürlich die Nachbarstadt lustig

Mit Witzen über eine bekannt Fürther Baugruppe, die Absage der Kärwa und – was auch sonst – in den Fürther Humor etablierten Witzen über Nürnberg legte sich der Name “fuerth_memes” binnen weniger Monate in aller Munde, was sich auch an der Followerzahl der Seite zu sehen ist. 

“Schon krass, dass ich in einem dreiviertel Jahr so viele Leute erreicht habe.”

Henrik Hösch

Im eigenen Shop können Fan-Artikel erworben werden

Knapp 3.600 folgen ihm – und das, obwohl die Seite erst seit Anfang 2021 existiert. Schon vor “fuerth_memes” gab es bereits andere Fürther Meme-Formate, jedoch alle mit deutlich weniger Reichweite. Henrik Hösch hingegen hat nicht nur ziemlich viele Follower, sondern auch einen eigenen Eintrag auf FürthWiki, Interviews mit “Nordbayern.de” und “rundumfuerth” und mittlerweile sogar einen eigenen Shop, in dem er lustige Sticker passend zu seinen Memes verkauft. 

Dass “fuerth_memes” mittlerweile eine Art Kultstatus innerhalb Fürths innehat, wird auch durch die Aufmerksamkeit seitens des Oberbürgermeisters Dr. Thomas Jung bewiesen. Denn dieser sendete Henrik Hösch persönlich eine E-Mail mit einer Anfrage zum “expliziten Kennenlernen”. Auch, dass er teils hart von “fuerth_memes” aufs Korn genommen wird, sieht der OB nicht kritisch. Im Gegenteil – er findet das sogar lustig.

“Ich glaube, das muss man als Politiker aushalten. Er bietet ja viel Angriffsfläche. In Fürth kennt jeder Thomas Jung”

Henrik Hösch

Seit seinem öffentlichen Auftreten wird er sogar in der Stadt erkannt

Mit der Bekanntgabe seiner Identität auf “fuerth_memes” im August erlangte er zusätzliche Aufmerksamkeit – so wurde er bereits beim Fußballschauen auf der Fürther Freiheit und auch mitten in der Kaffeebohne bereits angesprochen. “Also ich habe auf jeden Fall eine gewisse Anonymität verloren.” Angriffe auf ihn selbst gibt es aber derzeit noch nicht: “Die meisten finden das ja ganz cool und lustig.”

Hösch machte bereits des Öfteren deutlich, dass er durch seine Memes auch seine Kritik an der geringen Beteiligungsmöglichkeiten für Jugendliche innerhalb der Stadt üben und will sie stärken. Trotzdem ist seine Intention nicht, eine politische Richtung mit seinen Memes einzuschlagen. Memes sollen Memes bleiben: ”Das soll Spaß oder zumindest weitestgehend neutral bleiben. Es soll höchstens zeigen, wie meine Einstellungen sind, natürlich. Aber das ist und wird nichts Politisches; vor allem nichts parteigerichtetes.”

Dass in der Instagram Beschreibung von “fuerth_memes” “Memes aus der besten Stadt der Welt” steht, soll man nicht allzu ernst nehmen, eigentlich überhaupt nicht. Denn die Frage, welche Stadt denn wirklich “die Beste” ist, kann auch Hösch selbst nicht beantworten: “Ob’s Fürth ist? Weiß ich nicht. Wahrscheinlich gibt’s die gar nicht.” 

Somit darf man auch “fuerth_memes” per se etwas ironisch betrachten – denn Höschs Memes nimmt auch die Fürther Verbundenheit zur eigenen Stadt aufs Korn: “Man hat seine Stadt und die ist megatoll und alle anderen Städte taugen nichts. Das muss man persiflieren, das ist überholt in der heutigen Zeit.” Besonders das Nürnberg-Fürth Verhältnis nennt er “Quatsch”. 

Man sollte die Memes also nicht allzu ernst nehmen, aber das setzten Memes ja voraus. Auch, wenn das nicht immer alle verstehen.